Im Laufe der Jahre verändert sich die Beziehung. Die Kinder werden erwachsen, die Karrieren stabilisieren sich, der Alltag pendelt sich ein. Äußerlich scheint alles intakt. Doch tief im Inneren spüren manche Frauen eine Entfremdung.
Zunächst geben sie viel: Zeit, Energie, Aufmerksamkeit. Sie organisieren, planen voraus, unterstützen. Sie werden zur Stütze des Zuhauses. Doch dann taucht langsam die Frage auf: „Wer kümmert sich um mich?“
Dies ist keine Kritik, sondern eine Beobachtung. Wenn emotionale Bedürfnisse lange Zeit vernachlässigt werden, verschwinden sie nicht, sondern stauen sich an.
Ich fühle mich unsichtbar, trotz der vielen Jahre, die wir zusammen verbracht haben.
Eines der am häufigsten genannten Gefühle ist das der Unsichtbarkeit. Nicht unbedingt durch hitzige Auseinandersetzungen oder spektakuläre Krisen, sondern durch einen anhaltenden Mangel an Aufmerksamkeit.
Gespräche werden rein praktisch: Einkaufen, Rechnungen, Organisation. Zärtliche Gesten werden selten, Komplimente verschwinden. Die Anwesenheit des anderen wird als selbstverständlich angesehen.
Das Gefühl, gesehen, gehört und wertgeschätzt zu werden, ist ein grundlegendes Bedürfnis in jedem Alter. Wenn Gleichgültigkeit einsetzt, kann sie schwerer wiegen als Konflikte.
Routine: Komfort oder Einschränkung?
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